Das Wichtigste zuerst
Ein gutes Arbeitszeugnis macht deine Tätigkeit und deine Leistung nachvollziehbar. Prüfe zuerst die Fakten und Aufgaben, dann die Beurteilung und schliesslich die Form. Wie gut es deine Arbeit beschreibt, lässt sich am ganzen Dokument besser erkennen als an einem einzelnen Adjektiv.
Was gehört in ein Schweizer Arbeitszeugnis?
Ein Vollzeugnis behandelt nach Art. 330a OR die Art und Dauer deiner Anstellung sowie deine Leistung und dein Verhalten. Eine Arbeitsbestätigung enthält auf deinen besonderen Wunsch nur Art und Dauer.
Das SECO nennt ausserdem eine klare Beschreibung der prägenden Tätigkeiten, die Identität beider Parteien sowie Ausstellungsdatum und rechtsgültige Unterschrift. Wahrheit, Verständlichkeit und Vollständigkeit sind wesentliche Anforderungen.
Für deinen eigenen Check hilft diese Reihenfolge: Person und Anstellung, Aufgaben und Verantwortung, Leistung, Zusammenarbeit, Abschluss und Form. So behältst du den Überblick, auch wenn dein Zeugnis anders gegliedert ist.
Checkliste: Passt das Zeugnis zu deiner Arbeit?
- Fakten: Sind dein Name, die Funktion und die Anstellungsdaten richtig? Sind Wechsel innerhalb des Unternehmens nachvollziehbar?
- Aufgaben: Würde eine fremde Person verstehen, was du tatsächlich gemacht hast? Vergleiche die Liste mit deinem Stellenprofil und deinen wichtigsten Projekten.
- Verantwortung: Werden betreute Kunden, Fachthemen oder Führungsaufgaben konkret genug sichtbar?
- Leistung: Welche Ergebnisse werden beschrieben? Gibt es Beispiele für Arbeitsqualität, Selbstständigkeit oder Fachwissen?
- Zusammenarbeit: Passt die Beurteilung zum Umgang mit Team, Vorgesetzten und anderen für deine Rolle relevanten Personen?
- Stimmigkeit: Passen die einzelnen Abschnitte zusammen? Markiere widersprüchliche Aussagen und unklare Begriffe.
- Form: Kontrolliere Schreibfehler, Datum, Unterschrift und die Lesbarkeit des Dokuments.
Beispiel: Du hast ein Projektteam koordiniert, im Zeugnis steht aber nur «administrative Unterstützung». Notiere, welche Verantwortung fehlt, und halte ein konkretes Projekt als Gesprächsgrundlage bereit. Das ist hilfreicher als eine pauschale Forderung nach mehr Lob.
Welche Formulierungen machen ein gutes Zeugnis aus?
Achte darauf, ob eine Aussage etwas über deine Arbeit erklärt. «Sie koordinierte die Einführung des neuen Systems und hielt die vereinbarten Termine ein» ist konkreter als «Sie war eine geschätzte Mitarbeiterin». Beide Sätze können positiv sein, beantworten aber unterschiedliche Fragen.
Eine einzelne Zufriedenheitsformel ist keine verlässliche Gesamtnote. Lies auch, welche Aufgaben beurteilt werden und ob wichtige Bereiche fehlen. Unser Leitfaden zu Codes und Formulierungen zeigt Beispiele für sinnvolle Rückfragen.
Der Check von Mein Zeugnis verwendet eine eigene KI-Einordnung auf einer Skala von 1 bis 6, wobei 6 die beste Note ist. Sie ist keine amtliche Bewertung und kann falsch liegen. Nutze die Begründungen als Ausgangspunkt für deinen eigenen Abgleich.
Was mache ich nach dem ersten Lesen?
Wähle die ein oder zwei Stellen aus, die für deine nächste Bewerbung am meisten ausmachen. Schreibe jeweils die Originalstelle, deine Frage und ein passendes Beispiel aus deiner Arbeit auf. Im Leitfaden zu Anspruch und Korrektur findest du einen Vorschlag für das weitere Vorgehen.
Mit dem kostenlosen Arbeitszeugnis-Check erhältst du zusätzlich eine KI-Einordnung. Du kannst ein PDF oder DOCX mit auslesbarem Text verwenden oder den Zeugnistext einfügen.
Quellen und Einordnung
Dieser Leitfaden wird von Mein Zeugnis bereitgestellt, einem Angebot von imatics by Mario Carlotti. Er bietet allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Hinweise zum OR beziehen sich auf privatrechtliche Arbeitsverhältnisse in der Schweiz.
Die Beispiele und Checklisten sind redaktionelle Hilfen von Mein Zeugnis. Eine externe Prüfung oder Empfehlung unseres Angebots durch die genannten Stellen ist damit nicht verbunden. Unklarheit melden